Zerstört Wettbetrug den Radsport?

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Wetten erfreuen sich im Bereich des Sports immer zunehmender Beliebtheit. Dies ist ein Umstand, der das Problem des Wettbetrugs mit sich bringt. Insbesondere der Radsport ist hier betroffen. Doch neben dem Wettbetrug macht dem Radsport auch eine andere Art von Manipulation zu schaffen.

Wieso sind Manipulationen im Profibereich so beliebt?

Im Radsport sind die Manipulationen insbesondere deswegen so beliebt, weil sie so einfach wie lukrativ sind. Denn Profiradfahrer fahren neben dem Ruhm auch für Geld. Nun hält sich der Verdienst im Vergleich zu einigen anderen Sportarten allerdings in Grenzen, weswegen eine stärkere Bereitschaft zur Kooperation bei Wettbetrug besteht. Außerdem ist Radsport ein Einzelsport. Würde im Teamsport eine Manipulation umgesetzt werden wollen, wäre es bedeutend schwerer. Beim Radsport hingegen muss nur ein Fahrer die Absprachen mit Wettbetrügern umsetzen. Aber nicht nur dies: Auch Radfahrer untereinander sprechen sich oftmals ab…

Die Absprachen unter Radfahrern

So bespricht der eine mit dem anderen, dass sie sich gegenseitig beim Rennen helfen würden. Oder aber der eine Radfahrer besticht den anderen, um sich den ersten Platz zu sichern. Dies geschieht erstaunlicherweise sogar während der Rennen.

Während eines Rennens kann dies auf offensichtliche Weise geschehen. In diesem Fall können die nebeneinander fahrenden Radfahrer einen Deal ausmachen. Der UCI-Präsident David Lappartient wiederum hat die Kopfhörer als weiteres Problem ausgemacht, die die Radfahrer während des Rennens tragen. Hier könnten Anweisungen zum Wettbetrug übertragen werden. Dies könne sogar von Funktionären des Teams eines Radfahrers ausgehen.

Eine ganz andere Art von „Betrug“: Das Gentleman’s Agreement

Neben den bisher zwei erläuterten Arten von Betrug kommt noch eine andere hinzu. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Gentleman’s Agreement. Dies sind Absprachen, die während des Rennens stattfinden und spontan sind. Sie haben keinen Zusammenhang zum Wettbetrug. Es geht rein um das Erzielen eines bestimmten Ergebnisses.

Insbesondere diese „Gentleman’s Agreements“ genannten Absprachen gibt es häufig im Radsport. Es handelt sich dabei um Absprachen während eines Rennens, die auf gegenseitigem Vertrauen basieren. Die Absprachen sind allerdings haltlos und basieren rein auf eben jenem Vertrauen und dem Wort, dass sich die Radfahrer gegenseitig geben. Wie die Absprachen ablaufen und was die gegenseitigen Versprechungen sind, legen dabei die Radfahrer selbst und spontan fest. Die Geschichte hat solche Abmachungen oft gesehen:

  • Zwischen Armstrong und Pantani 2000
  • Bei Contador und Tiralongo 2010
  • Ebenfalls 2010 zwischen Valverde und Szmyd

Das Gentleman’s Agreement ist häufig offensichtlich und dennoch regelmäßiger und ungeahndeter Bestandteil des Radsports. Es ist zwar kein Wettbetrug, aber eine andere Art Wettkampfmanipulation. Angesichts dieser häufigen Absprachen stellt sich die Frage, ob dies nicht mit dem Wettbetrug gleichzusetzen sei.

Es ist alles eine Frage der Gesetzgebung

Tatsache ist, dass momentan die Regularien noch sehr großzügig ausgelegt sind. Das war beim Doping, dem größten Problem des Radsports, früher genauso. Aber als mit den zunehmenden Verboten von Substanzen und strengen Kontrollen die Gesetze verschärft wurden, milderte dieses Problem ab. Es ist somit letzten Endes alles eine Frage der Gesetzgebung und der Initiative seitens der Verbände. Hier bleibt abschließend abzuwarten, was die Zukunft noch mit sich bringt.

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