Stärkere Regelungen bei Radrennen gegen Wettmanipulation?

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Auf Radrennen lassen sich Wetten abschließen. Hierzu bieten die Wettbüros ausreichend Gelegenheiten. Allerdings sind im Vergleich zu anderen Sportarten die Radrennen im Wettbereich weniger populär. Doch dies ändert sich mit der Zeit. Insbesondere das immer mehr zum populären Sport werdende Mountainbiking wird auch bei Wetten erfasst. Somit scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Wetten im Radsport absolut salonfähig werden. Für diesen Fall wollen allerdings die Radsport-Verbände vorsorgen, um Manipulation entgegenzuwirken.

Radfahrer kommunizieren während des Radrennens

Während der Radrennen tragen Fahrradfahrer zur Kommunikation mit ihren Teams Kopfhörer. Dort erhalten Sie von Instruktoren wichtige Anweisungen bezüglich des Rennens und der Strategie. So weit, so gut.

Der Chef des Welt-Radsport-Verbandes UCI, David Lappartient, sieht hierin aber mehrere Probleme. Zum einen meint er, Radrennen würden dadurch an Spannung und Leidenschaft verlieren. Sie seien seiner Aussage zufolge zu „steril“ und würden zunehmend von Strategien und Instruktionen bestimmt. Zum anderen wittert Lappartient in der Kommunikation der Radfahrer und Teams über die Kopfhörer ein größeres Risiko für Wettmanipulation.

Mit wem aber kommunizieren die Radfahrer?

Dies ist die goldene Frage, die David Lappartient stellt. Offiziell gehe die Nachricht nämlich von einem Team-Mitglied zum Fahrer raus. Aber technisch gesehen halte Lappartient zufolge nichts andere Leute von der Kommunikationsaufnahme zum Radfahrer ab. So könne es durchaus sein, dass über Gespräche Instruktionen kommen, die Wetten positiv beeinflussen sollen. Demzufolge wären Anweisungen möglich, die dem Radfahrer schnelleres bzw. langsameres Radfahren vorgeben, um den Ausgang der Wette positiv zu beeinflussen.

Wer ist dieser David Lappartient?

David Lappartient ist ein ambitionierter Mensch mit einem politischen Hintergrund. Er hält mehrere regionalpolitische Ämter in Frankreich inne und weist seit knapp zwanzig Jahren eine Karriere als Funktionär im Radsport auf. So begann er als Präsident eines kleinen französischen Radsportvereins.

Nach und nach stieg er in Radsport und Politik auf. Im Radsport brachte er es gar mit der Wahl zum Präsidenten des UCI komplett zur Krönung seiner erfolgreichen Laufbahn. Er setzt auf eine strikte Gangart gegen Manipulationen im Radsport.

Sein Ziel ist es, den Radsport möglichst sicher vor Manipulation zu halten sowie Doping zu bekämpfen. Hier macht er insbesondere den Arzneistoff Tramadol als Problem aus, da dieser bei Rennen erlaubt ist. Er kündigte 2017 an, Anfang 2019 einen Bann gegen Tramadol mit aller Macht durchsetzen zu wollen.

Wie ernst sind die geplanten Änderungen?

Tatsächlich lässt sich Lappartient als Erfolgsmensch eine hohe Ernsthaftigkeit attestieren. Einen Erfolg hat er bereits ganz nach eigenem Plan erreicht: Ab dem 1. März 2019 wird das Opioid Tramadol im Radsport verboten sein. Was die Kommunikation über die Kopfhörer mit Radfahrern angeht, so ist (noch) nichts erreicht. Aber die Entwicklungen bleiben gespannt abzuwarten.

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